Weihnachtsbäume
und was man über sie wissen sollte

Jedes Jahr schmücken in Deutschland mehr als 25 Millionen Weihnachtsbäume die "gute Stube". Davon stammen ca. 70 % aus Deutschland, der Rest wird überwiegend aus Dänemark importiert. Das Sauerland gilt national als das größte geschlossene Anbaugebiet - noch vor Süddeutschland, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Nach Schätzungen des Landesbetriebes Wald und Holz werden im Sauerland auf 15.000 Hektar Fläche Weihnachtsbäume aufgezogen. Allein auf Kyrillflächen hat sich die Zahl der Monokulturen in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt - auf eine Größenordnung von etwa 4000 Fußballfeldern. In manchen Gegenden des Sauerlandes bestimmen die rasterartig gepflanzten Weihnachtsbäume das Landschaftsbild.

Mit den Plantagen nimmt der Chemieeinsatz erheblich zu, denn der Verbraucher akzeptiert nur makellose Ware. Meist werden die Flächen mit dem inzwischen nicht unumstrittenen Mittel „RoundUp" gespritzt. Die SDW appelliert daher an alle Verbraucher, auch ökologische Aspekte beim Weihnachtsbaumkauf mit zu berücksichtigen.

Mit einem ökologisch besonders guten Gewissen können diejenigen das Weihnachtsfest begehen, die einen Baum auswählen, der im Rahmen der ordnungsgemäßen Waldpflege entnommen wurde. Dabei handelt es sich zumeist um unsere heimische Fichte. Die verbleibenden Bäume im Wald erhalten mehr Platz und Licht, wodurch sie kräftiger und wiederstandsfähiger werden. Etwa 10 % der verkauften Weihnachtsbäume stammten direkt aus dem Wald.

Die beliebteste Baumart ist seit einigen Jahren die Nordmanntanne mit weit über 50%, gefolgt von der Blaufichte mit 20%, der Edeltanne und schließlich der Fichte. Geerntet werden die Bäume - je nach gewünschter Höhe - im Alter von 8 bis 15 Jahren.


Geschichte des Weihnachtsbaumes

Die Entwicklung des Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen.
Lorbeer- und Tannenzweige wurden schon bei den Römern zum Jahreswechsel angebracht, um sich gegen Krankheit oder böse Geistern zu schützen. Auch das Behängen der Bäume mit Äpfeln hat eine lange Tradition, die an den Sündenfall und die Befreiung des Menschen von der Erbsünde erinnern sollte.
Die erste Erwähnung eines Christbaumes stammt aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft hatte einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften. Erst über hundertzwanzig Jahre später, 1539, gibt es wieder einen urkundlichen Beleg: im Straßburger Münster wurde ein Weihnachtsbaum aufgestellt.
Einige Historiker sehen den Beginn der Weihnachtsbaumtradition zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als man begann die Bäume neben Süßem und Äpfeln auch mit Kerzen zu schmücken. 1775 führte übrigens Johann Wolfgang von Goethe den Weihnachtsbaum am Hofe zu Weimar ein.
Lange Zeit galt der Weihnachtsbaum als heidnischer Brauch und wurde von der katholischen Kirche abgelehnt. Ausgehend von den Aristokratie wurde er erst im 19. Jahrhundert als Mittelpunkt des Weihnachtsfestes zum Volksbrauch. Um 1830 wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen,1882 der erste Weihnachtbaum mit elektrischer Beleuchtung aufgestellt.


Kleines Christbaumlexikon


Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) ist gemessen am Marktanteil der beliebteste Weihnachtsbaum. Benannt ist sie nach dem finnischen Botaniker Nordmann, der sie 1836 im Kaukasus entdeckte.
Die Normanntanne wird nur für Weihnachtsbaumzwecke angebaut. Sie hat weiche, glänzend-tiefgrüne, nichtstechende Nadeln, eine gleichmäßige Wuchsform und zeichnet sich v.a. durch eine hohe Nadelfestigkeit aus. Da sie bis zu 15 Jahre benötigt, um Zimmerhöhe zu erreichen, ist sie auch der mit Abstand teuerste Weihnachtsbaum.

Die Blaufichte (Picea pungens) - oft fälschlicherweise als „Edeltanne" bezeichnet - ist der Klassiker unter den Weihnachtsbäumen. Sie stammt aus Nordamerika und wird seit 1860 in Europa angebaut. Ihre Nadeln haben einen blauen Schimmer, dessen Intensität einerseits vom Typ, andererseits von der Witterung abhängig ist. Die Blaufichte hat eine mittlere Haltbarkeit und liegt preislich etwas über der Fichte. Aufgrund ihrer starken, gleichmäßig etagenförmig gewachsenen Äste ist sie besonders für schweren Baumschmuck und für echte Kerzen geeignet. Ihre Nadeln stechen stark und duften sehr nach Wald.

Die Edeltanne (Abies procera), auch Blautanne genannt, stammt aus dem westlichen Nordamerika und wurde erst 1930 nach Europa eingeführt. Sie liegt etwa auf dem gleichen Preisniveau wie die Nordmanntanne, ist aber noch haltbarer. Sie hat etagenförmig angeordnete Zweige und weiche, blaugrüne Nadeln, die äußerst intensiv (nach Orangen) duften. Den Geruch kann man noch verstärken, indem man die am Stamm befindlichen Harztaschen (kleine Beulen) mit einer Nadel aufpiekst.

Die Fichte (Picea abies), wegen ihrer kupferbraunen Rinde auch Rottanne genannt, ist in Deutschland mit einem Waldflächenanteil von über 28% die verbreitetste Baumart. Die im Rahmen der regulären Waldpflege entnommenen Bäume werden, wenn sie ansehnlich gewachsen sind, auch als Weihnachtsbäume verkauft.
Die Fichte ist der preiswerteste Weihnachtsbaum, allerdings weist sie auch die geringste Haltbarkeit auf, denn sie nadelt in warmen Räumen schon nach wenigen Tagen.

Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) gehört weder zu den Tannen, noch zu den Fichten, sondern sie bildet eine eigene Gattung. Sie war vor der Eiszeit auch in Europa heimisch, überlebte aber nur in Nordamerika. Der schottische Botaniker Douglas - daher der Name - führte sie im 18. Jahrhundert wieder nach Europa ein. Aus forstlicher Sicht ist sie bei uns heute die wichtigste „fremdländische" Baumart. Die Douglasie hat weiche, dünne Nadeln, die einen intensiven Zitrus-Duft verströmen. Wegen ihrer dünnen, biegsamen Zweige ist sie nur für leichten Baumschmuck geeignet. Ihre Haltbarkeit ist etwa mit der Blaufichte zu vergleichen; preislich ist sie etwas günstiger als diese.